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Der Schmied der Formen

: DMG MORI


Das Bundesland Oberösterreich bildet das Zentrum der österreichischen Industrie.... ...Gerade im Zentralraum rund um Linz, Wels, Steyr und Kirchdorf haben sich zahlreiche Firmen mit modernster Zerspanungstechnik etabliert.

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Weltmarktführer ist das oberösterreichische Familienunternehmen Haidlmair im Sektor Getränkekästen.

Weltmarktführer ist das oberösterreichische Familienunternehmen Haidlmair...


Die Haidlmair Gruppe – bestehend aus den Unternehmen Haidlmair GmbH, EMO Extrusion sowie Mould und Matic - gehört dazu und hat sich im Werkzeug & Formenbau weltweit einen hervorragenden Namen gemacht. Mit modernsten Bearbeitungszentren von DMG werden Spritz- und Druckgussformen gefertigt.

Vom „Der Schmied, der Formen baut“ entwickelte sich die Firma HAIDLMAIR bis heute zu einem international tätigen Unternehmen. Haidlmair gilt als einer der modernsten Werkzeug- und Formenbauer Österreichs. Im Stammwerk in Nussbach/OÖ sind 195 Mitarbeiter damit beschäftigt sowohl Spritzguss als auch Druckguss-Formen herzustellen. Im Sektor Getränkekästen ist das Familienunternehmen Weltmarktführer. Aber auch Klappboxen, Paletten, Transport- und Lagerbehälter sowie Teile für die Automobil-, Elektroindustrie und Kommunikationstechnik gehören zum Produktportfolio. 87 % davon gehen in den Export, etwa nach Brasilien, USA oder Asien. Zahlreiche Auszeichnungen wie der OÖ Innovationspreis, der Pegasus in Gold und zuletzt die Wahl zum Besten Werkzeugbauer 2006 unterstreichen die ausgezeichnete Produktionsqualität. (Anm.d.Red.: siehe S. 8)

Der Mitarbeiter im Zentrum

„Dass wir uns ständig Gedanken über die Zukunft machen, sehen Sie an unserem Maschinenpark, der dem letzten Stand der Technik entspricht. Aber das wichtigste Kapital ist und bleibt der Mensch – wir versuchen das Umfeld zu schaffen, in dem er sich wohl fühlt. Dazu zählen ein außerordentlich gutes Betriebsklima und außergewöhnliche Sozialleistungen. Eine klimatisierte Produktion ist in unserem Werkzeugbau-Segment die Ausnahme“, beschreibt Josef Haidlmair, Eigentümer und Geschäftsführer, die Philosophie
des Unternehmens. Dass man in Österreich noch wirtschaftlich produzieren kann, beweist die Investition von rund acht Mio. Euro in den Standort Nußbach und nicht etwa in China oder in Ungarn, wo die Gruppe ebenfalls über Produktionsstätten verfügt. „Aufgrund unseres ausgezeichneten Personals ist die Produktivität in Österreich höher. Die Qualität der Fachkräfte ist das „Um“ und „Auf“. Darum bilden wir jährlich 30 Lehrlinge aus“, stellt Herr Haidlmair den Mitarbeiter ins Zentrum des Erfolgs. Durch die in Kooperation mit anderen Firmen entstandene KTLA (Private Tagesschule für Berufstätige für Maschinenbau – Ausbildungszweig Fertigungstechnik – siehe Ausgabe 03 2006, Seite 20) können diese auch den Ingenieur-Titel erlangen. In den letzten Jahren wurden 134 Fachkräfte ausgebildet, wobei noch 114 aktiv für Haidlmair tätig sind.

Neue Dimensionen

Um maximale statische und dynamische Stabilität für den Maschinenpark zu gewährleisten wurden beim Neubau rund 3000 m³ Erdreich bewegt und 140 Tonnen Stahl in die Bewehrung verpackt. „Um die hohen Qualitätsansprüche von Haidlmair und auch DMG erfüllen zu können, haben wir bei unserem Neubau auf die Statik, die klimatischen Bedingungen und die Infrastruktur höchstes Augenmerk gelegt“, erklärt Herr Johannes Sieberer-Kefer, IT-Manager, das hohe Investment. Das Raumklima ist für den Facharbeiter genauso wichtig wie für die Werkzeugmaschine. So bleibt die Hallentemperatur über das ganze Jahr mit 22° +/- 1° Celsius konstant. Alle Maschinen werden über eine zentrale Absauganlage erfasst. Gekühlt werden diese mit 100 Prozent Frischluft - mit aktiver Wärmerückgewinnung.
Zur vollkommenen Klimatisierung der Maschinen trägt auch eine zentrale Kühlmittelanlage - die von der Firma Huber KSS geliefert wurde – bei. Durch die rund 20.000 Liter Kühlschmierstoff, die sich im Umlauf befinden, konnte eine Temperaturstabilisierung des Kühlschmierstoffes und somit auch der Werkzeugmaschinen erreicht werden, die der Maßhaltigkeit der Maschinen zu Gute kommt. Späne, Feinstpartikel und Fremdöl werden jetzt zentral für alle angeschlossenen Bearbeitungsmaschinen abgetrennt. Der Kühlschmierstoff gelangt
gefiltert und aufbereitet zu jeder Maschine. Hantieren mit KSS-Konzentratfässern im Produktionsbereich entfällt zur Gänze.

Alleine sechs Mio. Euro wurden in den Maschinenpark investiert. Und dies fast ausschließlich in DMG-Maschinen. Herr Haidlmair erinnert sich an die Anfänge: „Bereits in den 80-iger Jahren - als wir unsere ersten Werkzeugmaschinen kauften - entschieden wir uns für qualitativ hochwertige Werkzeugmaschinen. Seit damals haben wir zirka 70 Maschinen von DMG gekauft. Für uns ist ein innovativer Partner sehr wichtig.“ Speziell die Entwicklung der 5-Achs Maschinen mit Lineartechnologie hebt der Geschäftsführer hervor.

Ziel „Komplettbearbeitung“

Zur Innenbearbeitung schwer zugänglicher Konturen setzt das Team rund um den Produktionsleiter Engelbert Gotthartsleitner auf eine DMC 165V linear. Das Vertikal-Bearbeitungszentrum verfügt über Linearantriebe und eine 3-Achs Schruppspindel mit 20.000 U/min sowie eine 5-Achs Schlichtspindel mit 30.000 U/min. Die 70 möglichen Werkzeuge werden alle mit Schrumpfaufnahmen gespannt um höchste Oberflächengenauigkeiten zu erreichen.

Herzstück der Fertigung stellt eine DMU 200 P dar. Die Portalmaschine mit Schwenkkopf und NC-Rundtisch ermöglicht eine 5-Achs-Komplettbearbeitung von Werkstückgewichten bis 5.000 Kilogramm. Mit einem Arbeitsbereich von 1.800 mm x 2.000 mm x 1.100 mm (X/Y/Z) steht eine große Bandbreite von Anwendungsmöglichkeiten zur Verfügung. Durch die 10.000 U/min Motorspindel mit 288 Nm Drehmoment und einer Leistung von 44 KW (HSK 100) sowie der im NC-Betrieb automatisch einwechselbaren HSC-Vorsatzspindel mit 30.000 U/min (HSK 50) kann die DMU 200 P optimal an verschiedene Fertigungsaufgaben - wie den Einsatz sehr kleiner Fräser - anpasst werden. Für die präzise Performance sorgt die Steuerung iTNC 530 von Heidenhain, die durchgängig bei Haidlmair im Einsatz ist. Ein weiterer Pluspunkt, den die Facharbeiter
schätzen, ist das neue, optionale Softwaretool ATC (Application Tuning Cycle). Auf Knopfdruck werden damit automatisch aufgabenoptimierte Bearbeitungsparameter entsprechend der Vorgabe für Oberflächen, Geschwindigkeit oder Genauigkeit im Werkstückprogramm hinterlegt. Anstatt mit den Grundparametern der Maschine jede Bearbeitung wie Schruppen oder Finishing durchzuführen, „tunt“ ATC das Bearbeitungsverhalten der DMU automatisch. Das minimiert die Bearbeitungszeit bei einem Maximum an relevanter Qualität.

Der Benchmark im Formenbau

Besonders bei der Fertigung von Getränke- oder Transportkistenformen setzte Haidlmair auf die DMC Baureihe, was zehn DMC 70V und DMC 100V eindrucksvoll beweisen. Als DMG 2005 mit einem neuen Konzept – der DMC 75V linear – an Haidlmair herantrat, war das Fertigungsteam so begeistert, dass man einen Prototypen testete. „Uns war sofort klar, dass uns die DMC 75V linear wesentliche Vorteile eröffnet. Speziell durch die ausgereifte Lineartechnologie und neuer Frässtrategien sind wir abhängig vom Werkstück bis zu 20 % schneller, trotz unseres sehr hohen Levels. Und der Faktor Zeit ist neben der hohen Qualität ein klarer Produktionsvorteil“, ist Herr Gotthartsleitner von der Maschine begeistert.
Mit hochdynamischen Linearantrieben in allen Achsen erreicht die DMC 75 V linear Beschleunigungen bis zu 2 g und Eilganggeschwindigkeiten bis 90 m/min. Für maximale Präzision sorgen die hochstabile Portalbauweise und direkte Wegmesssysteme in Verbindung mit der Highspeed-3D-Steuerung iTNC 530 von Heidenhain. Die HSC-Spindel mit 28.000 U/min liefert Oberflächen, die nur mehr zum Teil finish bearbeitet werden müssen. „Speziell bei schwierigen Formen mit vielen Umlenkungen zeigt die 75V ihre Qualitäten“, so Herr Gotthartsleitner.

Richtige Partner

Um in einen Hochlohnland wie Österreich erfolgreich zu sein, benötigt man neben ausgezeichneten Facharbeitern auch die richtigen Partner. Natürlich ist auch das Erodieren ein fixer Bestandteil
eines Werkzeug- & Formenbauers. Mit Makino beim Senkerodieren und Fanuc beim Drahterodieren verfügt man auch hier über starke Partner. Durch die Firma WEDCO ist man bei den Zerspanungswerkzeugen rund um betreut, da der Hersteller auch über einen eigenen Nachschleifservice verfügt.
Rund 70 Werkzeugmaschinen lieferte DMG in den letzten Jahrzehnten. Und an der nächsten wird bereits geschmiedet. Welche, werden wir erst bei unserem nächsten Besuch erfahren. Aber eines ist sicher: es wird eine weitere Deckel-Maho-Gildemeister sein.

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