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High-Performance in der Robotertechnik


Ing. Robert Fraunberger im Interview mit Volker Duttlinger, Geschäftsführer der DMG Automation Mit der seit Juli 2007 neugegründeten DMG Automation bietet der Gildemeister-Konzern das komplette Spektrum der Automatisierungstechnik.

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Volker Duttlinger, Geschäftsführer der DMG Automation GmbH.

Volker Duttlinger, Geschäftsführer der DMG Automation GmbH.

Angefangen beim automatischen Palettenwechsler, über Fertigungszellen von 2fach- bis 30fach- Palettenspeicher, bis hin zu Systemen mit Paletten- und Werkstück-Handling mittels Portallader oder Roboter. Darüber hinaus zählen auch TurnKey-Projekte für die Großserienfertigung mit integrierten Komplementärprozessen zu den Kompetenzen von DMG Automation. x-technik sprach mit dem Geschäftsführer Volker Duttlinger.

x-technik:

Die DMG Automation ist eine neue, noch ziemlich junge Gesellschaft. Erzählen Sie uns wie es zur Gründung gekommen ist.

Volker Duttlinger:

Zum Gildemeister-Konzern gehören wir seit Juli 2007. Davor waren wir eine selbständiges Unternehmen — die WKZ Werkzeugmaschinen GmbH — die ich 1994 gegründet habe. Ursprünglich haben wir Drehmaschinen und Bearbeitungszentren verkauft und diese kundenspezifisch ausgestattet.
Seit 2001 konzentrierten wir uns dann ausschließlich auf die Thematik der Automatisierungstechnik.
Mit der DMG Automation bieten wir das komplette Spektrum der Automatisierungstechnik an — angefangen beim automatischen Palettenwechsler über Fertigungszellen mit 4- bis 12fach-Palettenspeicher bis hin zu Systemen mit Paletten- und Werkstück-Handling mittels Portallader oder Roboter. Die EMO 2007 war dann die erste Veranstaltung, bei der wir Automatisierungslösungen der DMG-Automation präsentiert haben.

x-technik:

Wie kam es zum Kontakt mit DMG?

Volker Duttlinger:

1994 habe ich mich wie gesagt selbständig gemacht und Werkzeugmaschinen kundenspezifisch umgebaut. Hauptsächlich handelte es sich damals um japanische und taiwanesische
Maschinen, die nur in Standardausführung zu kaufen waren. Der Kontakt zu Gildemeister entstand durch einen Kunden, der zwei DMC 635 V gekauft hat und diese von uns automatisiert haben wollte.

x-technik:

Der Roboter steht im Zentrum Ihrer Automatisierungslösungen. Seit wann realisieren Sie Roboterlösungen?

Volker Duttlinger:

Ich bin sehr stolz darauf, dass wir die
erste Roboterautomatisierung bei Werkzeugmaschinen im Jahre 2000 auf der METAV vorstellen konnten. Bei dieser Art des Werkstückhandlings waren wir zwar nicht die Pioniere, aber doch einer der Ersten. Damals gab es im Gegensatz zu heute nur wenige Marktbegleiter. Jedoch sprechen die Verkaufszahlen eindeutig für uns. Bis dato sind 524 Roboteranlagen an Werkzeugmaschinen in Betrieb. Alleine in den letzten zwei Jahren hat sich unsere Mitarbeiterzahl auf 34 Personen verdoppelt.

x-technik:

Automatisieren Sie ausschließlich DMG-Maschinen?

Volker Duttlinger:

Nein,
die DMG Automation rüstet nicht ausschließlich DMG-Maschinen aus. Wir pflegen weiterhin unsere Bestandskunden — es ist sogar Konzern-Vorgabe, diese weiterhin genau so wie früher zu betreuen und zu beliefern. Auch umgekehrt ist ein DMG-Kunde nicht verpflichtet, Automatisierungslösungen von uns zu kaufen. Er bekommt auch eine Werkzeugmaschine mit den gewünschten Schnittstellen.

x-technik:

Mit welchen Partnern
arbeiten Sie zusammen?

Volker Duttlinger:

Unsere Hauptroboterlieferanten sind Fanuc, Kuka, Motoman und Stäubli; die Pneumatik ist von Festo, die Spantechnik von Schunk. Der Rest ist unser Konstruktions-Know-how.

x-technik:

Wäre es denkbar, einen eigenen Roboter herzustellen?

Volker Duttlinger:

Nein, wir stellen keinen Roboter
her, aber wir arbeiten mit allen namhaften Roboterherstellern zusammen. Roboter werden heute in sehr großen Stückzahlen produziert und dadurch ist das Preis-Leistungs-Verhältnis wesentlich besser geworden. Der Preis vom „nackten“ Roboter, so wie wir ihn nennen, ist mittlerweile so attraktiv, dass es sich meist nicht mehr rechnet, einfache 2- oder 3-achsige Ladeportale aufzubauen.

x-technik:

Kann der Kunde sich einen Roboter-Hersteller aussuchen?

Volker Duttlinger:

Ja. In vielen Fällen ist es so, dass der Kunde das Roboter-Modell vorgibt, um seinem Personal eine einheitliche
durchgängige Bedienung zu gewährleisten. Der Kunde bekommt von uns eine fertig programmierte Zelle und kann später die Programme abändern und andere Teile selbständig einrichten. Wir bieten dafür auch spezielle Schulungsprogramme an.

x-technik:

Immer wieder hört man Bedenken, dass durch Automatisierung Arbeitsplätze wegrationalisiert werden. Wie stehen Sie dazu?

Volker Duttlinger:

Heute muss man in der Mittel- bis Großserienfertigung so eng kalkulieren, dass man ohne Automatisierungstechnik die Werkstücke gar nicht mehr im deutschsprachigen Raum herstellen könnte. Wenn wir den Weg der Automatisierung nicht mitgehen, ist sowohl
der Arbeitsplatz als auch der Auftrag weg.

x-technik:

Findet man solch automatisierte Anlagen bereits im Osten?

Volker Duttlinger:

Auch in den so genannten Ostländern erhöht sich das Lohnniveau stetig, somit stehen diese bald vor dem gleichen Problem wie wir. Es geht auch dort hauptsächlich um sehr hochwertige Maschinen, die z. B. im manuellen Betrieb nur eine Produktivität
von 70 bis 75 Prozent erbringen. Da diese Maschinen oft zwischen EUR 800.000,- und 1,5 Mio. kosten nützt ein niedriges Lohnniveau relativ wenig. Wenn jedoch durch Automatisierung die Produktivität um 20 Prozent gesteigert wird, rechnet sich auch dort die Anschaffung.

x-technik:

Ist Automatisierung denn heute für jedermann leistbar?

Volker Duttlinger:

Wenn man genau kalkuliert, kann es sich fast jeder leisten. Es gibt natürlich auch Anwendungen, wo Automatisierung keinen Sinn macht. Mit unserem Know-how und unter Zuhilfenahme von speziellen Kalkulationsprogrammen unterstützen wir die Unternehmen dabei eine Entscheidung zu treffen.

x-technik:

Sehen Sie noch Wachstumspotenzial?

Volker Duttlinger:

Ja und zwar beträchtlich.
Speziell in Deutschland steht die Automatisierung von Werkzeugmaschinen stückzahlenmäßig noch eher weit hinten. Große Unternehmen haben schon jahrelang ihre Maschinen automatisiert, bei anderen ist wiederum nichts in dieser Richtung geschehen. Darum ist es sehr schwierig hier eine prozentuelle Aussage zu treffen. Mittlerweile ist wie bereits erwähnt, die Automatisierungstechnik für jeden erschwinglich. Unser Kundenkreis reicht daher vom Familienbetrieb ab zwei Mitarbeitern bis hin zu Großkonzernen.

x-technik:

Wo sehen Sie die Vorteile Ihrer Lösungen gegenüber anderen Anbietern?

Volker Duttlinger:

Wir passen uns schon immer dem Design der Werkzeugmaschine an, damit auch die Optik nicht zu kurz kommt. Ganz wichtig ist, dass diese trotz Automatisierung weiterhin manuell betrieben werden kann. Bei DMG kommt alles aus einer Hand, es gibt kein Schnittstellenabstimmungsproblem. Zu guter Letzt profitiert der Kunde von mehr als 500 Referenzanlagen gekoppelt mit unserer großen Erfahrung.

x-technik:

Wie gehen Sie am österreichischen Markt vor?

Volker Duttlinger:

Wir sehen durch die DMG Austria sehr gute Perspektiven auf dem österreichischen Markt und haben auch schon erste Aufträge in Österreich platziert.


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