Fachverlag x-technik
search
 

Schließen


Innovationsoffensive als Antwort

: Emco


Seit Herbst 2008 verstärkt DI Stefan Hansch das Geschäftsführungsteam der EMCO Group. Er zeichnet sich für die Bereiche Entwicklung, Produktion, Marketing, Vertrieb und Service der Gruppe verantwortlich. Der Einstieg erfolgte zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt — sollte man meinen. Doch durch intelligente kostensenkende Maßnahmen und das gleichzeitige Zünden eines Innovationsmotors sieht der österreichische Werkzeugmaschinenbauer der Zukunft gestärkt entgegen. Im Interview erläutert uns der neue Geschäftsführer die Hintergründe.

EMCO-Interview3.jpg
Die neue MAXXMILL 500 kann Werkstücke mit einer Kantenlänge von 500 x 500 x 500 mm auf fünf Seiten bearbeiten.

Die neue MAXXMILL 500 kann Werkstücke mit einer Kantenlänge von 500 x 500...

Ing. Robert Fraunberger im Gespräch mit DI Stefan Hansch.

Sie sind neuer Geschäftsführer der EMCO-Group. Was sind Ihre Stärken?

Mein Background sind Werkzeugmaschinen. Ich bin studierter Werkzeugmaschinen-Konstrukteur und habe meine ersten Jahre am Reißbrett verbracht. Ich weiß daher genau was Werkzeugmaschinen ausmacht. Durch meine einschlägige Berufserfahrung kenne ich die Branche sehr gut und die Tätigkeit bei EMCO als Geschäftsführer sehe ich daher als logische Fortsetzung meiner bisherigen Karriere. Und mir macht der Job bei EMCO — trotz der schweren Zeit — richtig Freude. Und das ist gut so, denn nur so kann man seine ganze Energie in die Aufgaben stecken.

Das Jahr 2008/2009 war bzw. ist nicht gerade einfach. Wie geht es EMCO in dieser wirtschaftlich schweren Zeit?

Wir sind natürlich, wie auch alle anderen Maschinenbauer, von der Krise getroffen worden. Aber wir haben, so meine ich, rechtzeitig und richtig reagiert. Wenn Auftragseingänge zurückgehen, muss man umso mehr die eigenen Prozesse durchleuchten und mögliche Einsparungspotenziale ausschöpfen. Vorrangig war es, die Liquidität des Unternehmens zu gewährleisten. So haben wir zum Beispiel bei Messepräsenzen, im Marketing bzw. auch beim Personal eingespart. In Österreich haben wir mit den Aussetzungsvereinbarungen eine Möglichkeit, die Stamm-Mannschaft zu erhalten und trotzdem gleichzeitig
EMCO-Interview4.jpg
die notwendigen Einsparungsmaßnahmen umzusetzen. Damit werden wir spürbar entlastet und können Arbeitsplätze langfristig sichern. Wenn die Konjunktur — hoffentlich bald — wieder anspringt, können wir auf unser hohes Qualifikationsniveau rasch zurückgreifen. Somit bleibt auch die Qualität der EMCO-Produkte mittel- und langfristig gesichert.

Auf der anderen Seite „nutzen“ wir die Krise, um auch Innovationen voranzutreiben. Wir haben bewusst die Präsentation unserer neuen Produkte in das Vorfeld der EMO vorgezogen (Anm. d. Red.: Die neuen Dreh- und Fräsmaschinen wurden bereits im Rahmen der Technologietage im Juni vorgestellt. Siehe Berichte auf den Seiten xx, xx ) Das war aber erst der Anfang unserer Innovationsoffensive, diesen Weg werden wir in den nächsten Monaten und Jahren konsequent weitergehen. Diese Offensive sehen wir als Antwort auf die Krise, die wir im Übrigen bis jetzt recht gut überstanden haben.

Sie wollen also auch das Image von EMCO verändern?

International ist EMCO vor allem durch seine Ausbildungsmaschinen bekannt. Dieses Image ist aber so nicht richtig. Wir können viel mehr. In den letzten Jahren haben wir bereits zahlreiche neue Werkzeugmaschinen vorgestellt. Wenn man sich heute unser Produktprogramm anschaut, dann stellt man fest, dass EMCO über eine ganze Reihe von sehr anspruchsvollen technologischen Applikationen, bis hin zur 5-Achs-Simultanbearbeitung, verfügt.
Für die weitere Entwicklung bedeutet das, auf diesem vorhandenen Potenzial aufzubauen und die Grenzen der Maschinen weiter noch oben zu verschieben. Im Bereich F&E bilden wir daher unsere Mitarbeiter gezielt weiter. Ein neuer Entwicklungsleiter wird ebenfalls einen entscheidenden Beitrag dazu liefern.

Wird EMCO ein Innovationsführer?

Nicht ganz. Wir wollen als innovatives Unternehmen tätig sein, das aus den Trends Lösungen erarbeitet, die technologisch dem Standard entsprechen, jedoch auch bezahlbar sein werden. Wir bewegen uns preislich eher im mittleren Level, jedoch mit technologisch sehr anspruchsvollen Lösungen. Uns geht es vor allem um eine wirtschaftliche Zerspanung.

Können Sie uns dazu ein Beispiel geben?

Ja. Die neue MAXXMILL 500 zum Beispiel ist ein ideales Fräszentrum für die 5-Seitenbearbeitung an Teilen mit kleiner oder mittlerer Stückzahl. Dieses vertikale Fräszentrum ist sicherlich keine Formenbaumaschine, sondern eine wirtschaftliche Maschine zur 5- bzw. 6-Seitenbearbeitung in maximal zwei Aufspannungen. Und das zu einem vernünftigen Preis.

Wo kann man momentan diese neuen Produkte verkaufen?

Definitiv nicht in der Automobilindustrie und deren Zulieferern. Alle anderen Branchen laufen zum Teil ganz gut. Wir haben eine Vielzahl von Referenzen in den verschiedensten Branchen, ohne dass wir diese in den letzten Jahren gezielt vermarktet haben. So auch im Bereich der Medizintechnik und Groß-CNC-Maschinen.
Wir gehen jetzt systematisch an die Märkte heran und suchen so neue Kunden und technologische Applikationen. Wir werden auch unsere Maschinen für diese Bereiche weiter ausbauen und gezielt neue Maschinentypen auf den Markt bringen.

Können Sie uns zum Abschluss noch einen Ausblick auf die EMO geben?

Wir glauben, dass die EMO 2009 sehr stark von den Italienern geprägt sein und nicht so sehr das internationale Publikum anlocken wird. Trotzdem wird das eine wichtige Messe für uns, denn Italien ist einer unserer Hauptmärkte, wenngleich dieser im Moment in einem sehr schlechten Zustand ist. Zusätzlich befinden sich auch zwei unserer Produktionsstätten in Italien. Wir fahren gestärkt nach Mailand und erhoffen uns auf alle Fälle auch positive wirtschaftliche Impulse.

Danke für das Gespräch.
Die neue MAXXMILL 500 kann Werkstücke mit einer Kantenlänge von 500 x 500 x 500 mm auf fünf Seiten bearbeiten.



Zum Firmenprofil >>



Special Digitalisierung der Zerspanungstechnik

WT_Technology-Center_Toolroom_vernetzt.jpg Die aktuell wichtigste Aufgabenstellung für Hersteller und Anwender von Werkzeugmaschinen ergibt sich aus der Digitalisierung der Produktionsumgebungen. Auf der EMO 2017 haben zahlreiche Anbieter IHRE Möglichkeiten für eine Smarte Zerspanung vorgestellt – mit unterschiedlichem Fokus spiegelten sich vielfältige Lösungen zur Vernetzung, Datenanalyse und zu neuen Services wider.
mehr lesen >>

Im Gespräch

/xtredimg/2018/Fertigungstechnik/Ausgabe229/15628/web/PR18-03InterviewLC50-DIGILOG1.jpgZukunftsweisendes Lasermesssystem
In der Entwicklung der LaserControl DIGILOG Baureihe steckt das Know-how aus über 30 Jahren Erfahrung in der Lasermesstechnik für Werkzeugmaschinen. Wolfgang Reiser, Technischer Leiter Bereich Messkomponenten bei Blum-Novotest, erläutert im Interview, wie mit dem LC50-DIGILOG eine bewährte Technologie auf ein neues Level gehoben werden konnte und was das Besondere an diesem System ist.
Interview lesen >>

Newsletter abonnieren