Fachverlag x-technik
search
 

Schließen


Prozesskostenoptimierung im Focus

: Ingersoll


Im Rahmen ihres Tool Managements bei der Johann Eberhard Ges.m.b.H. (Fisch-Tools) optimieren die Werkzeugspezialisten von TCM unter anderem auch das Abstechen diverser Werkstücke an Langdrehautomaten. Mit Hilfe der Ingersoll Stech-Wendeschneidplatten TDC 2 aus der T-ClampUltraPlus-Serie wurden so die Standmengen um 50 % gesteigert.

/xtredimg/2017/Fertigungstechnik/Ausgabe199/13562/web/Bild_7.jpg
Der Ingersoll GoldSlot-Scheibenfräser mit 10 mm Schnittbreite zum Schlitzen der Forstner-Bohrer.

Der Ingersoll GoldSlot-Scheibenfräser mit 10 mm Schnittbreite zum Schlitzen...

Die Johann Eberhard Ges.m.b.H. in St. Josef in der Weststeiermark hat sich auf die Produktion von Bohr- und Fräswerkzeugen für Industrie, Handwerk und Gewerbe spezialisiert. Vorwiegend werden Bohr- und Fräswerkzeuge für Holz und sogenannte „weiche“ Werkstoffe wie Kunststoffe, Verbundwerkstoffe und NE-Metalle wie Aluminium unter der Markenbezeichnung Fisch-Tools hergestellt.

Gegründet im Jahre 1946 durch Johann Eberhard ist die Johann Eberhard Ges.m.b.H. heute einer der führenden Hersteller von Bohr-, Senk- und Fräswerkzeugen für die erwähnten Materialien. Wobei der Hauptanteil der produzierten Werkzeuge (ca. 80 %) Verwendung in der Holzbearbeitung findet. Am Hauptsitz in St. Josef produziert das Unternehmen jährlich über zwei Millionen Werkzeuge für professionelle Anwender. Die steirischen Qualitätswerkzeuge werden zu 40 % direkt weltweit unter der Marke Fisch vertrieben. Die restlichen Werkzeuge gelangen als Eigenmarken über den Werkzeughandel zu den Endverbrauchern.

Ein aufsehenerregendes Produkt, das vor allem in den letzten Jahren bei der Presse besondere Beachtung gefunden hat, ist der neu entwickelte ALU-SPEED Eisbohrer. Der nur 500 Gramm schwere Spezialbohrer aus Aluminium eignet sich hervorragend für den Einsatz im steilen Gelände und ist durch die auswechselbare Wendeschneidplattentechnologie effizienter und leichter als herkömmliche Stahlbohrer mit bis zu 3 kg Gewicht. Verwendet wird der Bohrer beispielsweise im alpinen Skisport beim Ein- und Umsetzen der Kippstangen beim Slalomlauf.

Die beste Lösung finden

TCM (Tool Consulting & Management) aus Stainz ist schon seit vielen Jahren Werkzeuglieferant
/xtredimg/2017/Fertigungstechnik/Ausgabe199/13562/web/Bild_8.jpg
Das Werkstück (Forstner-Bohrer) vor und nach der Schlitzbearbeitung mit dem Ingersoll GoldSlot-Scheibenfräser.

Das Werkstück (Forstner-Bohrer) vor und nach der Schlitzbearbeitung mit dem...

der Johann Eberhard Ges.m.b.H. und hat seit dem Jahre 2014 auch das Tool Management für den weststeirischen Werkzeughersteller übernommen. Die Betreuung des Tool Managements bei Fisch-Tools wurde von Sebastian Suitner, Verkauf und Technik, übernommen. „Während meiner 15 Jahre im Außendienst habe ich am meisten von den Erfahrungen direkt beim Kunden vor Ort profitiert. Die Zerspanung und auch die Materialien entwickeln sich so rasant, dass es immer wieder neue span(n)ende Aufgaben gibt. Mein Bemühen ist es, durch zuverlässige, solide Betreuung das Vertrauen des Kunden zu sichern und mit ihm gemeinsam die Prozesse zu optimieren“, beschreibt Suitner das Ziel seiner Tätigkeit.

Auch die Zusammenarbeit zwischen TCM und der Ingersoll Werkzeuge GmbH begann mit einem Tool Management Projekt und zwar bei einem internationalen Automobilhersteller. Heute hat TCM die Vertretung von Ingersoll-Werkzeugen für ganz Österreich. Das gemeinsame Auftreten der beiden Firmen hat das Ziel, die beste technische und wirtschaftliche Lösung für den jeweiligen gemeinsamen Kunden zu erarbeiten. Dabei haben beide Firmen die gleiche Philosophie: Man strebt nicht danach, unbedingt das billigste Werkzeug an die Spindel zu bringen, sondern die Minimierung der Prozesskosten steht im Fokus der Bemühungen, denn diese Optimierung bringt dem Kunden den entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Schlüsselbearbeitung optimiert

Bei der Herstellung von Schaftwerkzeugen wird der Rohling häufig von der Stange auf einem Langdrehautomaten abgestochen. Auch für die meisten der bei der Johann Eberhard Ges.m.b.H. hergestellten Werkzeuge ist das Abtrennen auf dem Automaten
/xtredimg/2017/Fertigungstechnik/Ausgabe199/13562/web/Bild_3.jpg
Der T-ClampUltraPlus-Schneidenträger ist mit einer zweischneidigen Stechplatte zum Abstechen der Werkzeugrohlinge ausgestattet.

Der T-ClampUltraPlus-Schneidenträger ist mit einer zweischneidigen Stechplatte...

der erste Fertigungsschritt. Folglich ist dies eine zentrale Bearbeitung, der man entsprechende Aufmerksamkeit widmet. Diese Schlüsselbearbeitung wurde von TCM untersucht und der Fertigungsprozess mit Hilfe des Ingersoll T-Clamp UltraPlus-Stechsystems optimiert.

Zur Untersuchung wurden Abstechsysteme von namhaften Werkzeugherstellern herangezogen. Das T-ClampUltraPlus-Stechsystem konnte sich in allen Vergleichen behaupten. Mit der Abstechplatte TDC 2 in der Hartmetallqualität IN 9080 wurden die Standmengen bei gleichbleibenden Schnittdaten um 50 % gesteigert. „Das Klemmhaltersystem T-ClampUltraPlus zeichnet sich durch seine vielfältigen Einsatzmöglichkeiten aus. Für fast alle Stechbearbeitungen wie Abstechen, Einstechen, Stechdrehen, Profildrehen, Axial-Einstiche, Hinterstiche und Innendrehen stehen Halter und Stechplatten zur Verfügung. Ein weiterer Vorteil dieser Serie ist die stabile Plattenbefestigung durch eine formschlüssige Auflage und Klemmung. Die doppelseitige Einsetzbarkeit der Stechplatte macht das System zudem sehr wirtschaftlich“, geht Suitner ins Detail.

Produktivitätssteigerung beim Schlitzen

Bei der Suche nach weiteren Schlüsselbearbeitungen, die sich zur Fertigungsanalyse durch den Toolmanager TCM anbieten, haben sich die Fertigungsleitung der Johann Eberhard Ges.m.b.H. und die Zerspanungsspezialisten von TCM die Fertigung der sogenannten Forstner-Bohrer angesehen. Forstner-Bohrer sind Bohrer für große Bohrungen, die nach ihrem Erfinder, dem US-Amerikaner Benjamin Forstner benannt wurden, der diesen Bohrer-Typ 1886 zum Patent anmeldete. Diese sind eines der wichtigsten Produkte, die bei Johann Eberhard
produziert werden – jährlich etwa 550.000 Stück und zwar weltexklusiv in geschmiedeter Ausführung. Bei der Herstellung der Forstner-Bohrer ist das Schlitzen des Bohrerkopfes eine der anspruchsvollsten Bearbeitungen. Durch den dünnen Steg und die wenig stabile Spannung stellt die vibrationsfreie Schlitzbearbeitung hohe Anforderungen an den Scheibenfräser.

Im Kreise der TCM- und Ingersoll-Zerspanungsspezialisten sah man die GoldSlot-Scheibenfräser als besonders geeignet für diese anspruchsvolle Aufgabe. Die Testbearbeitungen beim Schlitzen der Forstner-Bohrer wurden im Hause Johann Eberhard von Martin Treichler, TCM Manager Engineering Austria, durchgeführt und betreut. Aber auch die Herren Sebastian Suitner, Verkauf und Technik TCM, und Alexander Tammerl, Ingersoll Verkaufsleitung Gebiet Österreich, waren in die Testplanung einbezogen. Nach einigen Versuchen und Optimierungen konnte die Eingriffszeit beim Schlitzfräsen von 59 auf 24,5 Sekunden gesenkt werden, was einer Reduzierung um 58 % entspricht. „Besonders die weichschneidende Geometrie des GoldSlot-Scheibenfräsers ermöglichte höhere Vorschubwerte und trug daher zur Produktivitätssteigerung beim Schlitzen der Forstner-Bohrer bei. Zusätzlich wurden mit diesem Scheibenfräser auch höhere Standzeiten erzielt“, betont Treichler.

Für die Johann Eberhard Ges.m.b.H. hat sich die Kooperation mit TCM als Tool Manager und Ingersoll als Werkzeuglieferant schon durch einige Prozessoptimierungen ausgezahlt – wobei der Optimierungsprozess in einer modernen Fertigung nie abgeschlossen ist. Durch neue Werkzeuge, Schneidstoffe und Verfahren ergeben sich immer wieder Ansätze für Verbesserungen, die man gemeinsam angehen will.

Der Ingersoll GoldSlot-Scheibenfräser mit 10 mm Schnittbreite zum Schlitzen der Forstner-Bohrer.
Das Werkstück (Forstner-Bohrer) vor und nach der Schlitzbearbeitung mit dem Ingersoll GoldSlot-Scheibenfräser.
Der T-ClampUltraPlus-Schneidenträger ist mit einer zweischneidigen Stechplatte zum Abstechen der Werkzeugrohlinge ausgestattet.
Martin Treichler (links), TCM Manager Engineering Austria, und Alexander Tammerl, Ingersoll Verkaufsleiter Gebiet Österreich, diskutieren den Einsatz der T-ClampUltraPlus-Abstechwerkzeuge.
Der nur 500 Gramm schwere ALU-SPEED Eisbohrer eignet sich hervorragend für den Einsatz im steilen Gelände.
Forstner-Bohrer sind eines der wichtigsten Produkte, die bei der Johann Eberhard Ges.m.b.H. produziert werden.
V.l.n.r.: Sebastian Suitner, TCM Verkauf und Technik, Martin Treichler, TCM Manager Engineering Austria, und Alexander Tammerl, Ingersoll Verkaufsleiter Gebiet Österreich, besprechen die geplanten Prozessoptimierungen bei der Johann Eberhard Ges.m.b.H.
Das Team für die beschriebenen Produktivitätsoptimierungen im Hause Johann Eberhard Ges.m.b.H. (vl.n.r.): Alexander Tammerl, Ingersoll Verkaufsleiter Gebiet Österreich, Andreas Eberhard, Geschäftsführer Johann Eberhard Ges.m.b.H., (präsentiert den erfolgreichen ALU-SPEED Eisbohrer), Sebastian Suitner, TCM Verkauf und Technik, und Martin Treichler, TCM Manager Engineering Austria.
Die beiden Geschäftsführer der Johann Eberhard Ges.m.b.H.: Mag. Christoph Riegler (links) und Ing. Andreas Eberhard.


Zum Firmenprofil >>



QR code

Special EMO

emo-2017_content_image_position_right_left.jpg Auf der diesjährigen EMO in Hannover werden wieder Innovationen und Trends im Bereich der Metallbearbeitung vorgestellt. Diese internationale Weltleitmesse der Metallbearbeitung findet vom 18. bis 23. September 2017 unter dem Slogan "Connecting systems for intelligent production" statt.
mehr lesen >>

Im Gespräch

/xtredimg/2017/Fertigungstechnik/Ausgabe201/14646/web/Marco_Kern.jpgInterview mit Marco Kern, besten Europäer im Bereich CNC-Drehen bei den WorldSkills 2017
x-technik konnte mit Marco Kern, dem besten Europäer im Bereich CNC-Drehen, über die WorldSkills, die intensive Vorbereitungsphase sowie die größten Herausforderungen des besonderen Projekts sprechen.
Interview lesen >>

Newsletter abonnieren