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Sonderwerkzeuge von Wedco sorgen für verlässliche Produktivität in der Stützglasfertigung bei Silhouette

: Wedco


Bei der Herstellung von Stützgläsern für Brillenfassungen sowie den Gläsern für Sonnenbrillen setzt die Silhouette International Schmied AG auf die Werkzeugkompetenz von Wedco. Neben verschiedenen Standardfräsern sorgen auch Sonderfräser mit speziell angepassten Schneidgeometrien für mehr Prozesssicherheit und Produktivität. Autor: Georg Schöpf / x-technik

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Silhouette setzt bei der Gläserfertigung auf Sonderwerkzeuge aus dem Hause Wedco: Eine angepasste Fräsergeometrie ermöglicht es, den Schnittdruck gering zu halten, damit die Scheiben beim Konturfräsen nicht zu stark belastet werden.

Silhouette setzt bei der Gläserfertigung auf Sonderwerkzeuge aus dem Hause...

Innovation, Design und Ästhetik – darin sieht man bei Silhouette die Schlüssel für kreative und dennoch zeitlos schöne Brillen. „Damit eine Brille perfekt sitzen kann, muss auch in der Fertigung auf höchste Präzision geachtet werden“, weiß Gerhard Tomas, Abteilungsleiter Endfertigung und Glasfräsen bei Silhouette. „Bis eine Brille ausgeliefert werden kann, sind eine Vielzahl von Arbeitsschritten erforderlich. Wir versuchen zwar, so viele wie möglich davon zu automatisieren, trotzdem bleibt noch sehr viel Handarbeit im Gesamtfertigungsprozess übrig“, ergänzt er. Darauf führt er auch zurück, dass es nur noch wenige Firmen gibt, die ihre Brillen komplett in Europa fertigen. Und in Österreich sei man überhaupt der einzige Hersteller in dieser Größenordnung, so der Abteilungsleiter.

In Zahlen ausgedrückt werden bei Silhouette jährlich an die 2,5 Millionen Brillen hergestellt. Das Gesamtportfolio verteilt sich dabei auf drei Bereiche. Den größten Teil macht die Eigenmarke Silhouette aus, in der man Brillendesigns, die den Stil der Zeit prägen, für optische für optische Brillen und Sonnenbrillen fertigt. Zweites Standbein ist die Lizenzfertigung von Sportbrillen für „adidas Sports Eyewear“. Die dritte Sparte ist schließlich die junge Eigenmarke „neubau Eyewear“, die sich in Anlehnung an das Wiener Neubauviertel, in dem Künstler und Kreative ansässig sind, speziell mit hochmodischem Design und kreativen Lösungen für Sehhilfen und Brillen als Modeaccessoires beschäftigt. Sie steht ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit, und einer urbanen Lebensart im Einklang mit dem aktuellen Zeitgeist.

Hoher Eigenfertigungsanteil

„Wir halten einen Großteil der Wertschöpfung bei uns im Hause, indem wir alle Bearbeitungsschritte
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für die Endfertigung selbst durchführen. Lediglich Rohlinge für Sonnenbrillen und Stützgläser (Anm.: das sind die Gläser ohne optische Wirkung, wie sie in Neubrillen vorab eingebaut werden, um einen Gesamteindruck vom Aussehen der Brille zu bekommen) werden zugekauft. Alle anderen Arbeitsschritte erfolgen in unserem Hause“, erklärt Gottfried Welser, der bei Silhouette die CNC-Programmierung und Arbeitsvorbereitung für das Fräsen von Stütz- und Sonnenbrillengläsern verantwortet.

Ein wesentlicher Teil der Fertigung ist die Herstellung eben dieser Stützgläser und der Gläser für Sonnenbrillen. „Diese Komponenten werden aus unterschiedlichen Materialien hergestellt. Grundwerkstoff sind Polycarbonate und PMMA. Speziell bei Sonnenbrillengläsern sind diese noch mit Additiven versetzt oder Beschichtungen versehen, die den Gläsern besondere Eigenschaften verleihen – wie Antibeschlagsschichten oder hydrophobe Oberflächen. Diese Zusätze und Beschichtungen stellen besondere Herausforderungen in der Fräsbearbeitung dar“, geht Weiser ins Detail. Allein in diesem Bereich werden täglich 10.000 Gläserpaare in drei verschiedenen Dicken gefräst, wovon zwei Drittel Stützgläser sind und etwa ein Drittel für Sonnenbrillen gebraucht werden.

Viele Sonderwerkzeuge

Um diesen hohen Anforderungen hinsichtlich Durchsatz gerecht zu werden, hat man bei Silhouette eine klare Werkzeugstrategie. Man möchte die Bearbeitungen mit möglichst wenigen Arbeitsschritten absolvieren. Bei den Fertigungsmaschinen handelt es sich um speziell angefertigte Transfersysteme, die laufend von der hausinternen Maschinenbauabteilung an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden. Außerdem wird versucht, über die Nutzung von speziell abgestimmten Werkzeugen
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Für das Besäumen der Gläserkonturen werden Spezialfräser mit genau definierten Radienverläufen benötigt.

Für das Besäumen der Gläserkonturen werden Spezialfräser mit genau definierten...

die Anzahl der erforderlichen Fräsvorgänge zu minimieren. „Die Rohlinge werden bei uns über Saugspannsysteme gehalten. Diese dürfen nur mit den geringstmöglichen Kräften beaufschlagt werden, um ein Verbiegen des Rohlings zu verhindern und trotzdem nicht zu verrutschen. Das erfordert seitens der Fräser besonders gute Schneideigenschaften und eine kontinuierliche Schneidleistung über die gesamte Standzeit des Werkzeugs hinweg, um den Druck auf das Werkstück möglichst zu minimieren. „Unsere Vorgabe lautet – ein Fräser muss eine Acht-Stunden-Schicht durchhalten, erst danach wird er ausgetauscht“, verdeutlicht Welser. „Mit Standardfräsern können wir oft die erforderlichen Schnittwerte nicht erreichen. Außerdem müssen wir den Fräsvorgang mit möglichst wenigen Einzelarbeitsschritten bewältigen. Bei den Stückzahlen, die wir fertigen, hat die Taktzeit einen hohen Einfluss auf die Gesamtproduktivität“, fügt er erläuternd hinzu.

Abgestimmte Geometrie und Beschichtung

Spezielle Randgeometrien, oder zusätzliche Schlitze und Aufnahmen für Clips und Befestigungen erfordern oft ganz besondere Fräsergeometrien. „Das ist der Bereich, in dem wir in der Zusammenarbeit mit Silhouette unser Stärken besonders ausspielen können“, wirft Werner Schall, Technische Beratung und Verkauf bei Wedco, ein und ergänzt: „Das hat vor vier Jahren auch wesentlich dazu beigetragen, dass es überhaupt zu einer Zusammenarbeit kam. Dabei spielte die Tatsache, dass wir Werkzeuge nach Kundenanforderung sehr kurzfristig liefern können, sicher eine mitentscheidende Rolle.“ Die in Wien ansässige Wedco Tool Competence bietet neben einem umfangreichen Sortiment an Standardwerkzeugen auch die Herstellung von Sonderwerkzeugen an. Dabei wird sowohl auf
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Sondergeometrien eingegangen, als auch die Leistung der Werkzeuge mit passenden Beschichtungen auf die jeweilige Anforderung abgestimmt.

„Die Vorgehensweise bei Sonderwerkzeugen ist im Grunde sehr einfach. Der Kunde liefert uns die Werkstück-Geometrieanforderungen anhand von Teilezeichnungen in Verbindung mit den Werkstoffkenndaten. Daraus entwickeln wir eine zu Werkstück und Bearbeitungsprozess passende Werkzeuggeometrie. Diese wird in unserem Werk dann aus einem VHM-Rohling gefräst und/oder geschliffen. Über eine Testbearbeitung wird das Ergebnis mit der Kundenvorgabe verglichen. Sofern erforderlich, erfolgen Anpassungen bis ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt werden kann“, beschreibt Schall die Entwicklung der Sonderwerkzeuge bei Wedco.

Kurze Werkzeuglieferzeiten

In der Regel dauert die Entwicklung eines neuen Werkzeuges etwa 15 Tage. In Notfällen könne man aber auch wesentlich schneller regieren, bemerkt er weiter. „Wir setzen für das Besäumen der Gläser Schaft- und Formfräser in einem Durchmesserbereich von 0,5 bis 8,0 mm ein. Da sind schon sehr filigrane Dimensionen dabei, bei denen wir absolut zuverlässige Werkzeuge benötigen. In der Vergangenheit hatten wir einen einzigen Werkzeuglieferanten, was uns dann aber zu unsicher wurde. Vor etwa vier Jahren haben wir schließlich nach einem zusätzlichen Lieferanten gesucht. Dabei wurden wir auf Wedco aufmerksam. Seitdem liefern sie kontinuierlich hohe Qualität“, lobt Gottfried Welser abschließend die gute Zusammenarbeit.

„Firmen mit einer
guten Werkzeuglogistik, wie bei Silhouette, sind vorbildlich. Die Entwicklung der Werkzeuge und das Vorhalten der erforderlichen Stückzahlen wird durch eine saubere Bedarfsplanung unterstützt. Dies ermöglicht es uns, die Werkzeuge punktgenau zur Verfügung zu stellen“, bestätigt Schall die gute Zusammenarbeit aus Sicht der Wedco Tool Competence.

Silhouette setzt bei der Gläserfertigung auf Sonderwerkzeuge aus dem Hause Wedco: Eine angepasste Fräsergeometrie ermöglicht es, den Schnittdruck gering zu halten, damit die Scheiben beim Konturfräsen nicht zu stark belastet werden.
Für das Besäumen der Gläserkonturen werden Spezialfräser mit genau definierten Radienverläufen benötigt.
Jährlich werden bei Silhouette etwa 2,5 Mio. Brillen produziert.
Für funktionierende Schnappverschlüsse an Sonnenbrillengläsern ist höchste Präzision erforderlich.
Bügelaufnahmen und Taschen werden mit Mikrofräsern im Durchmesserbereich 0,5 bis 1,0 mm gefräst.
Die Engineering-Abteilung bei Wedco ist die zentrale Drehscheibe für die Erstellung eines Sonderwerkzeuges: Neben der Simulation, CAD-Zeichnung wird auch Schneidstoff, die Geometrie sowie die optimale Beschichtung definiert.
Die Transfersysteme, auf denen Stützgläser und Gläser für Sonnenbrillen hergestellt werden, sind Sondermaschinen, die im hauseigenen Maschinenbau bei Silhouette gebaut und adaptiert werden.
Vorbildliche und verlässliche Zusammenarbeit (v.l.n.r.): Werner Schall (Wedco), Gottfried Welser und Thomas Scharinger (beide Silhouette) sowie Werner Füreder (Wedco).
Bügelaufnahmen und Taschen werden mit Mikrofräsern im Durchmesserbereich 0,5 bis 1,0 mm gefräst.
Für das Besäumen der Gläserkonturen werden Spezialfräser mit genau definierten Radienverläufen benötigt.



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Bericht in folgenden Kategorien:
Schaftfräser, VHM-Werkzeuge, Sonderwerkzeuge

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