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Weitreichend modifiziert

: Romai


Mit branchenübergreifenden Kenntnissen und langjähriger Erfahrung ist man bei IVO Österle gewohnt, Bearbeitungsprozesse mit Ideen und Lösungen zu optimieren. Für spezielle Innenbearbeitungen in Getriebegehäusen bei Voith hatte Andreas Motus vom technischen Vertrieb zusammen mit Herrn Hecht und Wintergerst von Voith die Idee zu einer besonders „weitreichenden“ Sonderlösung in Form eines Romai-Winkelkopfes.

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Winkelkopf mit 1.000 mm Achsversatz eingewechselt in Maschine.

Winkelkopf mit 1.000 mm Achsversatz eingewechselt in Maschine.

Die Voith Turbo BHS Getriebe GmbH stellt seit 1932 Getriebe und artverwandte Produkte her. Ob Öl, Gas, Chemie, Energieerzeugung, Automobil, Luft- und Raumfahrt, Stahl, Bergbau oder andere Industrien, überall wo Drehzahlen und Drehmomente die Grenzen des technisch Machbaren erweitern, kommen BHS Turbogetriebe, Hochleistungskupplungen oder Rotordrehvorrichtungen des Sonthofener Unternehmens zum Einsatz. Dass es sich dabei um Anwendungen in High-End-Bereichen handelt, das zeigen schon die Leistungsbereiche der Produkte.

BHS Turbogetriebe beispielsweise übertragen Leistungen bis über 170 MW oder maximale Drehzahlen von bis zu 100.000 min-1. Um dies zuverlässig, vibrationsarm und mit niedriger Geräuschemission zu gewährleisten, sind die Qualitätsanforderungen bei der Bearbeitung entsprechend hoch. „Bearbeitungskniffe, um etwa innen liegende Bohrungen von außen zu setzen und anschließend die Zugangslöcher im Gehäuse wieder zu verschließen, sind hier ein absolutes No-Go“, erzählt Andreas Motus, der CNC-Technologe der Romai Werksvertretung IVO Österle.

Idee und Umsetzung

Aus diesem Grund haben Motus sowie die Herren Andreas Wintergerst (Meister Produktion) und Alexander Hecht (Meister Fertigung Großteile) für die Bearbeitung von großen Getriebegehäusen für Schiffsdieselantriebe die Idee zu einem Sonderwinkelkopf entwickelt. Die Bearbeitung der Gehäuse erfolgt auf einer Lazzati-Fahrständermaschine, mit deren Spindel bestimmte innenliegende Bohrungen jedoch nicht erreichbar sind. Die Basis für seine Sonderlösung bilden Winkelköpfe der NXT-Generation von Romai, die jedoch weitreichend modifiziert sind. Diese Modifikation besteht im Wesentlichen aus einem extra langen, zusätzlichen Winkelgetriebe, so dass sich insgesamt eine
z-förmige Spindelverlängerung ergibt. Mit immerhin 1.400 mm Länge schafft diese nun die Möglichkeit, tief im Werkstück Bohr- und Gewindeoperationen auszuführen. Entsprechend den Anforderungen zum Bohren und Gewinden ist der Winkelkopf auf Drehzahlen bis 2.500 U/min mit 250 Nm Abtriebsdrehmoment und einer 1:1 Übersetzung ausgelegt.

Der insgesamt 335 kg schwere Winkelkopf wird zum automatischen Einwechseln in einer separaten Pick-Up-Station vorgehalten, die auch von Romai geliefert wurde. Die Ankopplung erfolgt dann über eine Vier-Punkt-Abstützung mit hydraulischer Spannung. „Unten ist der Winkelkopf an seiner Verlängerung stufenlos um 360° verstellbar, damit Bearbeitungen rundum in wechselnder Lage möglich sind“, ergänzt Motus. Diese Verstellung erfolgt manuell und wird dazu verwendet, um nach Bedarf Bohrungen in Z- oder Z+ Richtungen zu bearbeiten. Insofern ist auch diese Option, im Hinblick auf künftige Anforderungen, weitreichend.

Winkelkopf mit 1.000 mm Achsversatz eingewechselt in Maschine.
Winkelkopf auf Pick-Up Station.


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Winkelköpfe, Großteilebearbeitung

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